Das von cizucu weltweit initiierte ermöglicht es, durch das Einreichen von Fotografien an cizucu an einer Ausstellung für Fotoposter teilzunehmen und neue Kontakte zu Fotografinnen und Fotografen zu knüpfen.
Das wird gemeinsam mit ehrenamtlichen Teammitgliedern aus aller Welt realisiert. Jede und jeder bringt mit ihrem/seinem individuellen Hintergrund und persönlicher Motivation diesen Raum zum Leben.
Dieses Mal haben wir mit Saki gesprochen, einer Kreativen, die als Teil des Teams im Raum Taipeh, Taiwan, aktiv ist.
Bitte stelle dich kurz vor!
Hallo, ich bin Saki aus dem Raum Taipeh, Taiwan. Seit meinem Studium lebe ich nun im siebten Jahr in Taiwan. Mit dem Wunsch, den Alltag, die Lieblingsorte und die Kultur Taiwans vielen Menschen näherzubringen, fotografiere ich unter dem Motto „#TaiwanCameraPlay“.
Schon immer habe ich gerne Menschen miteinander verbunden, etwa als Gastgeberin von Sprachaustausch-Aktivitäten oder bei internationalen Begegnungsevents. Seitdem ich mir letztes Jahr eine Kamera gekauft habe, wollte ich einen Ort schaffen, an dem Austausch über Fotografie möglich ist.
Als ich dann auf den Open Call für das Taiwan-Team von cizucu gestoßen bin, habe ich gespürt, dass die Aktivitäten und die Philosophie genau meiner Vorstellung von „Austausch durch Fotografie“ entsprechen. Hier könnte ich Menschen durch Fotografie verbinden – das hat mich zur Bewerbung motiviert.
Was macht für dich den besonderen Reiz am ppp aus?
Das Besondere am ppp ist für mich, dass jede und jeder im eigenen Tempo über Fotografie in Austausch treten kann.
Auf den Ausstellungen gibt es Menschen, die sich lebhaft in Gruppen austauschen, andere wiederum führen intensive Gespräche über Werke mit Gleichgesinnten. Manche betrachten die Arbeiten zunächst in Ruhe für sich und sprechen nach dem Gallery Talk gezielt Kreative an, die sie interessieren.
Die Formen des Austauschs über Fotografie sind wirklich so vielfältig wie die Menschen selbst.

Gerade deshalb ist es uns als Team wichtig, jede und jeden Kreativen zu respektieren und eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen können. Auch wenn man am Tag der Ausstellung nicht direkt ins Gespräch kommt, gibt es beim ppp die schöne Kultur, Gedanken und Feedback zu den Werken über liebevolle Nachrichten zu teilen.
Weil Austausch nicht nur über Gespräche stattfindet, kann jede und jeder auf ihre/seine eigene Weise Kontakte knüpfen. ppp ist ein Ort, an dem sich alle sicher fühlen, ihre Arbeiten zeigen und neue Fotografiebegeisterte kennenlernen können – das macht für mich den großen Reiz aus.
Gab es als Teammitglied besondere Erlebnisse, die dir in Erinnerung geblieben sind?
Wenn ich Veränderungen oder Worte von Teilnehmenden erlebe, spüre ich, wie wertvoll meine Arbeit im Team ist.
Menschen, die anfangs zurückhaltend waren, öffnen sich nach und nach, sprechen mit anderen Kreativen über ihre Werke und erzählen ihre Geschichten mit einem Lächeln im Gesicht. Solche Momente machen für mich die Bedeutung dieses Engagements spürbar.
Einmal sagte ein Teilnehmer zu mir: „Es gibt kaum Ausstellungen, bei denen jede und jeder ausstellen kann – ich glaube, viele haben genau so etwas gesucht. Danke, dass ihr das möglich macht.“ Diese Worte haben mich sehr berührt und mir gezeigt, dass ich in Taiwan tatsächlich etwas bewirken kann.

Auch als Japanerin mit noch wenig Erfahrung in der Fotografie hören die anderen Teammitglieder in Taiwan auf meine Meinung. Weil wir gemeinsam das ppp immer weiterentwickeln wollen, entsteht eine Atmosphäre, in der sich auch die Teilnehmenden wohlfühlen können.
Mit Gleichgesinnten in meinem geliebten Taiwan aktiv zu sein, ist für mich eine große Motivation.
Hat sich dein Blick auf das ppp verändert, seit du Teil des Teams bist?
Da das ppp weltweit stattfindet, kann man sich auch mit Fotografinnen, Fotografen und Teammitgliedern aus anderen Ländern vernetzen. Als ich bei einem Besuch in meiner Heimat Miyagi am ppp in Sendai teilgenommen habe, wurde mir die internationale Reichweite erst richtig bewusst.
Ob als Teammitglied in Taiwan oder als Teilnehmerin in meiner Heimatstadt – obwohl Stadt und Team unterschiedlich sind, gibt es überall diese verbindenden Momente durch Fotografie.
Es fühlt sich fast wie eine Reise an: Man besucht eine Stadt, nimmt am ppp teil und begegnet Menschen und Werken, die man als Tourist nie kennengelernt hätte. Man spürt die Atmosphäre der lokalen Fotografie-Community.

Ob ich als in Taiwan lebende Japanerin teilnehme oder in meiner Heimat – beim ppp herrscht immer eine Atmosphäre, in der man sich willkommen fühlt. Länder und Regionen mögen sich unterscheiden, aber solange die Liebe zur Fotografie da ist, entstehen ganz natürlich Gespräche. Diese internationale Verbundenheit ist für mich das Besondere am ppp.
Welche Botschaft möchtest du Menschen mitgeben, die sich künftig als Teammitglied engagieren möchten?
Als ich mich beworben habe, hatte ich Zweifel, ob ich das schaffen würde. Ich war unsicher wegen meiner schüchternen Art und meiner noch geringen Erfahrung mit Fotografie. Ich habe mich gefragt, ob ich in einem Austauschraum rund um Fotografie wirklich gut unterstützen kann.
Doch als ich dann dabei war, habe ich gemerkt: Gerade meine Zurückhaltung ist eine Stärke. Viele Teilnehmende sind anfangs nervös – so habe ich automatisch darüber nachgedacht, wie man eine Atmosphäre schaffen kann, in der sich alle wohlfühlen, und was für einen ersten Besuch angenehm ist.

Auch meine noch geringe Erfahrung in der Fotografie war kein Hindernis. Im Gegenteil: Sie hat mir geholfen, besser zu verstehen, wie ich andere, die gerade erst anfangen, unterstützen kann.
Beim ppp entstehen durch Fotografie Gespräche. Es ist wichtig, aktiv auf andere zuzugehen, aber genauso wichtig ist es, aufmerksam zuzuhören. Man braucht kein Expertenwissen oder besonders ausgefeilte Kommentare.

Wenn die Freude an Fotografie und am Austausch mit Menschen größer ist als die Unsicherheit, eröffnen sich durch einen ersten Schritt ganz neue Begegnungen.
Fotografie ist kein Mittel zur Bewertung, sondern zum Teilen von Perspektiven und Gedanken. Ob in Taiwan, in der Heimat oder auf Reisen – durch Fotografie entstehen ganz natürlich Verbindungen zwischen Menschen. Das habe ich beim ppp immer wieder erlebt.


