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mira erzählt | Die Freude an Bildern, die nicht zu viel zeigen | Einwegkamera | Knowledge #507

By cizucu · 5. August 2026

Serie „Meine Kamera und ich“
mira erzählt | Die Freude an Bildern, die nicht zu viel zeigen | Einwegkamera | Knowledge #507

Cover photo by mira

mira erzählt | Die Freude an Bildern, die nicht zu viel zeigen | Einwegkamera | Knowledge #507

Cover photo by mira

Kreative mit einer Leidenschaft für Fotografie erzählen von ihren Kameras und den Geschichten, die sie mit ihnen verbinden. In einer „Lieblingskamera“ spiegeln sich stets auch individuelle Lebenshaltungen und Wertvorstellungen wider. In dieser Ausgabe unserer Serie stellen wir mira vor, die regelmäßig mit Einwegkameras fotografiert.

Warum trägt sie noch heute eine Einwegkamera bei sich, obwohl sie sowohl Digital- als auch Filmkameras verwendet? Dahinter verbirgt sich eine besondere Faszination der analogen Fotografie, die sich nicht allein mit Leistung oder Komfort erklären lässt.

Einwegkamera

Eine Einwegkamera ist, wie der japanische Begriff wörtlich besagt, ein „Film mit integriertem Objektiv und Verschlussmechanismus“. Kameragehäuse und Film bilden eine Einheit; nach dem Fotografieren wird die Kamera zur Entwicklung in ein Fotolabor gebracht. Anschließend erhält man die Negative oder digitalisierten Aufnahmen, während das Gehäuse zurückgenommen und wiederverwendet wird.
Das bekannte Modell „Utsurun Desu“ verfügt über einen integrierten 35-mm-Film und ein Kunststoffobjektiv mit Festbrennweite. Charakteristisch sind sein leichtes, kompaktes Gehäuse und die unkomplizierte Bedienung: Film weiterdrehen und Auslöser drücken.

Mein Umgang mit der kleinen Filmkamera

Ich mag kleine Kameras ebenso wie etwas größere. Ich fotografiere digital, aber auch auf Film.
Und doch ist es erstaunlicherweise die Einwegkamera, zu der ich besonders häufig greife.

Obwohl sie nach dem letzten Bild nicht als Kamera bei mir bleibt, möchte ich sie immer wieder benutzen.

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Foto von mira

Ein Grund dafür ist, dass sie ausgesprochen leicht und klein ist. Sie passt in jede Tasche und ist in meiner gewöhnlichen Arbeitstasche so unauffällig, dass ich ihre Anwesenheit beinahe vergesse.
Das Gefühl unterscheidet sich ein wenig davon, mit einer leistungsstarken Kamera loszuziehen – und gerade dadurch glaube ich, eine besonders schöne Zeit verbringen zu können.

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Foto von mira

Was Licht und Schatten bewahren

Was ich an der Filmfotografie besonders liebe, ist die Wiedergabe von Licht und Schatten.

Natürlich sind auch digital aufgenommene Fotografien schön, doch Film besitzt eine eigentümlich warme Anmutung. Selbst in den Schatten bleibt eine sanfte Atmosphäre erhalten, und das Licht erscheint nicht einfach nur hell – es scheint sogar die Temperatur des Ortes mit abzubilden.

Besonders intensiv empfinde ich diesen Reiz, wenn ich Landschaften oder Szenerien mit einfallendem Licht fotografiere.

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Foto von mira

Ich habe das Gefühl, dass Film nicht nur die sichtbare Szenerie festhält, sondern auch die Zeit und die Atmosphäre, die in diesem Augenblick präsent waren. Deshalb betätige ich den Auslöser weniger mit dem Gedanken, etwas zu „dokumentieren“, als vielmehr, etwas „zu bewahren“.

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Foto von mira

Der Reiz liegt darin, nicht zu viel abzubilden

Zur Faszination der Einwegkamera gehört auch ihre Unbeschwertheit.

Da sie mit Film arbeitet, ist der ISO-Wert festgelegt. Detaillierte Einstellungen sind ebenfalls nicht möglich. Ich achte lediglich auf die Richtung des Lichts und drücke den Auslöser mit dem Wunsch, die Atmosphäre und die Zeit des jeweiligen Ortes einzufangen.

Selbst wenn eine Aufnahme misslungen wirkt, stört mich das kaum, weil ich zuvor keine Einstellungen bis ins Letzte optimiert habe.

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Foto von mira

Im Gegenteil: Gerade diese Unbestimmtheit ist reizvoll. Fotografien, die mit einem kleinen, spielzeugartigen Kunststoffobjektiv aufgenommen wurden, erscheinen bisweilen etwas undeutlich – beinahe wie eine Szene aus einer Erzählung.

Weil sie nicht zu viel zeigen, entsteht ein Freiraum für die Imagination der Betrachtenden. Manchmal fühlt es sich an, als würde man in eine leicht fremde Welt hineinblicken. Diese besondere Distanz gefällt mir.

Warum ich den Auslöser immer wieder drücken möchte

Klein und leicht. Unkompliziert zu bedienen. Wenn es nur darum ginge, würde heute vermutlich auch ein Smartphone genügen. Dennoch entscheide ich mich für eine Einwegkamera, weil sie eine Faszination besitzt, die dem Analogen eigen ist.

Das Ergebnis lässt sich nicht unmittelbar nach der Aufnahme betrachten. Bis zur Entwicklung weiß man nicht, was auf dem Film zu sehen sein wird. Auch diese Zeit des Wartens gehört für mich zur fotografischen Erfahrung.

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Foto von mira

Wenn der Film voll ist, heißt es Abschied nehmen von der Kamera. Dafür bleiben die Negative und die Erinnerungen an den damaligen Augenblick. Vielleicht greife ich gerade deshalb wieder zu dieser kleinen Kamera und möchte erneut den Auslöser drücken: weil sie eine Freude eröffnet, die sich nicht allein an Komfort oder Präzision messen lässt.

Information
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mira

Ich möchte das Außergewöhnliche in alltäglichen, beiläufigen Momenten fotografieren. Nutzerin von analogen und digitalen Spiegelreflexkameras sowie Einwegkameras.

cizucu: @mira

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