MAGAZINE
MAGAZINE
MAGAZINE
MAGAZINE
By cizucu ·

cizucu veranstaltet photo poster project auf der ganzen Welt. Wer ein Foto bei cizucu postet, kann an der Fotoposter-Ausstellung teilnehmen und andere Fotobegeisterte kennenlernen, denen man sonst vielleicht nie begegnet wäre.
photo poster project wird gemeinsam mit ehrenamtlichen Teams vor Ort organisiert. Alle bringen unterschiedliche Erfahrungen und ihre ganz eigenen Beweggründe mit und gestalten diesen Ort zusammen.
Diesmal haben wir mit Choi Hyeji gesprochen. Die Kreative gehört zum Team in Seoul, Südkorea.
Hallo, ich bin Choi Hyeji und fotografiere in meiner Freizeit. Ich schaue mir gern die kleinen Szenen im Alltag genauer an, an denen man sonst einfach vorbeigeht, und halte sie mit der Kamera fest.
Das können Ansichten sein, die ich unterwegs zufällig entdecke, aber auch Tiere oder Menschen – ganz gewöhnliche Momente, an denen mein Blick trotzdem hängen bleibt.
Bei ppp bin ich sowohl exhibitor als auch Teil des Teams. So kenne ich die Vorbereitung einer Ausstellung, das Zeigen eigener Fotos und den Blick als Besucherin. Dabei hat mich mit der Zeit immer mehr interessiert, wie Fotos Menschen miteinander verbinden können.
Am Anfang habe ich selbst als exhibitor bei ppp mitgemacht. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir nicht nur, dass andere meine Fotos gesehen haben. Schön war vor allem die gemeinsame Zeit vor den Bildern: Wir haben sie zusammen betrachtet und über die Geschichten dahinter gesprochen. Durch die Fotos kam ich ganz ungezwungen mit Menschen ins Gespräch, die ich gerade erst kennengelernt hatte.
Später wurde ich gefragt, ob ich im Team mithelfen möchte. Darüber habe ich mich sehr gefreut, und so bin ich zum Team in Seoul gekommen. Ich wollte anderen dieselbe schöne Erfahrung ermöglichen, die ich selbst als Teilnehmerin gemacht hatte. Außerdem wollte ich dabei helfen, dass die Fotos und Gedanken der Teilnehmenden wirklich bei den Menschen ankommen.
Inzwischen ist auch die Arbeit im Team für mich zu einer sehr wichtigen Erfahrung geworden.
Es geht nicht einfach darum, besonders gut gelungene Fotos zu zeigen. Menschen mit ganz unterschiedlichen Blickwinkeln und Geschichten bringen etwas von sich mit und begegnen einander dabei ganz ungezwungen.
Wenn ich mir die ausgestellten Fotos in Ruhe ansehe, habe ich das Gefühl, nach und nach auch die Menschen dahinter kennenzulernen.
Seit ich im Team bin, erlebe ich außerdem den ganzen Weg mit, bis ein Foto an der Wand hängt: von der Vorbereitung und dem Aufbau über die Ausstellung selbst bis zu den Gesprächen mit den exhibitor. Viele Menschen bringen ihre Gedanken und ihre Zeit ein, und daraus entsteht schließlich ein gemeinsamer Raum. Das hat mich sehr beeindruckt.
Die Ausstellung nicht nur anzusehen, sondern auch an ihrer Entstehung beteiligt zu sein – genau das ist für mich das Besondere an ppp.
Mir sind die Gedanken und Geschichten der Teilnehmenden wichtig. Bei ppp sind Menschen dabei, die schon seit vielen Jahren fotografieren, aber auch solche, die zum ersten Mal eigene Fotos ausstellen. Unabhängig von ihrer Erfahrung hat jedes Foto einen persönlichen Hintergrund und ist mit bestimmten Gefühlen verbunden.
Wenn ich mit exhibitor oder Gästen spreche, möchte ich deshalb respektvoll mit dem umgehen, was sie uns zeigen und erzählen. Oft gehört schließlich auch Mut dazu, die eigene Geschichte zu teilen.
Das gilt genauso für die Zusammenarbeit im Team. Ich möchte den Einsatz der anderen nie für selbstverständlich halten. Mir ist eine Atmosphäre wichtig, in der wir auch auf Kleinigkeiten achten und füreinander da sind.
Eine gute Ausstellung entsteht eben nicht nur durch die Fotos. Genauso wichtig ist, wie die Menschen vor Ort miteinander umgehen und welche Beziehungen dabei entstehen.
Wenn die Ausstellung eröffnet ist und ich sehe, wie sich alle mit Freude über die Fotos unterhalten.
Während der Vorbereitung gibt es viel zu tun, und manchmal passiert etwas Unerwartetes. Sobald aber alles steht und ich sehe, wie jeder die Fotos auf seine eigene Weise betrachtet und die Ausstellung genießt, fühlt es sich an, als hätte sich die ganze Arbeit gelohnt.
Besonders schön ist es, wenn zwei Menschen, die sich gerade erst kennengelernt haben, vor einem Foto von ihren eigenen Erfahrungen erzählen. Oder wenn sich zwischen einem exhibitor und einem Gast ganz von selbst ein längeres Gespräch entwickelt. Dann merke ich, wie Fotos Menschen einander näherbringen können.
Manche Worte und Gesichtsausdrücke bleiben mir noch lange nach dem Ende einer Ausstellung im Gedächtnis. Wenn ich an solche Momente zurückdenke, bin ich froh, dass ich die ganze Zeit im Team dabei war.
Beim Wort „Teammitglied“ denkt man vielleicht, man müsse etwas Besonderes können oder schon viel Erfahrung mitbringen. Aber auch ich war am Anfang einfach nur exhibitor. Wenn du Fotos magst und dir gern gemeinsam mit anderen ihre Bilder ansiehst oder ihre Arbeit unterstützt, ist das schon ein guter Ausgangspunkt.
Wenn man selbst bei der Vorbereitung mithilft, merkt man plötzlich, wie viel Einsatz und wie viele Gedanken von ganz unterschiedlichen Menschen in einer Ausstellung stecken. Als exhibitor oder Gast sieht man vieles davon gar nicht. Auch den Weg bis zur fertigen Ausstellung nimmt man dann aus einer ganz anderen Perspektive wahr.
Natürlich läuft während der Vorbereitung nicht immer alles nach Plan. Aber gerade darin liegt auch der Spaß: Probleme gemeinsam zu lösen und die Ausstellung Schritt für Schritt auf die Beine zu stellen.
Dabei begegnet man nicht nur neuen Fotos, sondern auch neuen Menschen, und es entstehen neue Verbindungen. Der eigene Blick wird nach und nach weiter. Genau so kann sich die Mitarbeit im Team anfühlen.
198 Magazine
Eine Interviewreihe mit den persönlichen Stimmen von Kreativen, die an photo poster project (ppp), der weltweit von cizucu veranstalteten Fotoposter-Ausstellung, teilgenommen haben. Anhand ihrer individuellen Geschichten – von den Beweggründen für ihre Teilnahme bis zu den daraus entstandenen Begegnungen – zeigen wir die Gedanken und Verbindungen, die die ppp-Community zusammenbringen.





