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By cizucu ·

photo poster project ist eine von cizucu weltweit organisierte Fotoposter-Ausstellung. Wer mitmachen möchte, wählt einfach eine Stadt und einen Termin aus.
Das Projekt, das wir ppp nennen, ist mehr als eine Fotoausstellung. Es ist eine Community, in der alle ihre Geschichten in einem geschützten Rahmen teilen können – und eine Gelegenheit, Kreative aus aller Welt auch im echten Leben kennenzulernen.
Diesmal haben wir mit Gleb Neizhko gesprochen, der bei photo poster project in Bangkok dabei war.
Ich bin Gleb Neizhko und arbeite als Art Director und CGI-Künstler.
Ich musste mein Heimatland verlassen. Auf meinen Reisen durch ganz unterschiedliche Orte begann mich immer mehr zu interessieren, was hinter dem steckt, was für andere einfach „ganz normaler Alltag“ ist.
Mit meinen Fotos halte ich die Orte und das Leben der Menschen fest, denen ich unterwegs begegne – wie Spuren meiner Reise. Ich dokumentiere Szenen und kleine Ausschnitte aus dem Leben: von Händlern in schmalen Gassen bis zu Wildtieren hoch oben in den Baumkronen des Dschungels.
Von photo poster project habe ich durch einen russischen Fotografen erfahren, der schon einmal teilgenommen hatte. Als er mir davon erzählte, dachte ich sofort: Das ist eine gute Gelegenheit, mal aus den sozialen Medien herauszukommen und Kontakte zur Community in Bangkok zu knüpfen, wo ich derzeit lebe.
Ich wollte meine Fotos nicht nur online posten, sondern erleben, wie sie in einem echten Raum wirken und wie sie neben anderen Bildern aussehen. Mich hat interessiert, wie meine Fotos in diesem Umfeld wahrgenommen werden.
Es war das erste Mal, dass ich an einer Ausstellung teilgenommen habe. Deshalb ist mir eigentlich alles in Erinnerung geblieben.
Besonders überrascht hat mich, wie aufmerksam und sorgfältig alles organisiert war. Dadurch wurde mir noch einmal klar, dass ein Foto viel mehr ist als nur ein einzelnes Bild, das auf Instagram gepostet wird.
Vor Ort herrschte eine herzliche, offene Stimmung. Die Teilnehmenden interessierten sich für die Fotos der anderen und wollten die Geschichten dahinter miteinander teilen.
Auch die Vielfalt der Genres und Stile hat mich überrascht. Jeder geht ganz anders mit Fotografie um. Gerade deshalb kann man schon viel über Fotos und Drucke lernen, wenn man sich einfach die Arbeiten der anderen ansieht.
Für die Ausstellung habe ich dieses Foto ausgewählt.
Dieses Foto entstand bei meiner ersten Reise nach Indien. Damals hatte ich mich etwas von der Straßenfotografie zurückgezogen. Rund fünf Monate lang fotografierte ich gar nicht. Stattdessen beobachtete ich mehr und dachte darüber nach, was ich wirklich fotografieren wollte.
Das Bild entstand an meinem ersten Tag in Indien. Ich war zum ersten Mal in diesem Land und stand in einer Moschee, umgeben von Menschen, die ganz ins Gebet versunken waren. Dann tauchte diese Frau aus der Menge auf. Als ich ihren Blick einfing, hatte ich das Gefühl, durch diesen Blick eine andere Seite des Alltags tiefer sehen zu können.
In diesem Moment verstand ich ein wenig besser, was ich fotografieren und welche Welt ich durch mein Objektiv sehen möchte. Ich hoffe, dass dieses Foto bei anderen ähnlich starke Gefühle auslöst und sie spüren lässt, wie viele verschiedene Seiten selbst das haben kann, was wir für ganz alltäglich halten.
Geht einen Schritt weg von den sozialen Medien und knüpft Kontakte im echten Leben.
Wenn ihr eure Fotos gedruckt und neben anderen Bildern seht, erkennt ihr vielleicht erst, welchen Wert sie haben. Gleichzeitig erlebt ihr, wie vielfältig Fotografie sein kann – und könnt herausfinden, wo euer eigener Platz in dieser Vielfalt liegt.
Gerade wenn ihr erst mit dem Fotografieren angefangen habt, solltet ihr diese Gelegenheit nutzen.
ppp gibt euch die Möglichkeit, eure Fotos nach draußen zu bringen, andere Menschen kennenzulernen und den Wert eurer eigenen Bilder zu entdecken.
198 Magazine
Eine Interviewreihe mit den persönlichen Stimmen von Kreativen, die an photo poster project (ppp), der weltweit von cizucu veranstalteten Fotoposter-Ausstellung, teilgenommen haben. Anhand ihrer individuellen Geschichten – von den Beweggründen für ihre Teilnahme bis zu den daraus entstandenen Begegnungen – zeigen wir die Gedanken und Verbindungen, die die ppp-Community zusammenbringen.




